Azubi Recruiting Tipps

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Die Unternehmen müssen mittlerweile hohes Engagement aufweisen, wenn es darum geht ihre eigenen Fachkräfte der Zukunft auszubilden. Dies beginnt schon weit vor dem eigentlichen Azubi-Recruiting. Um Schüler und Abiturienten für eine Berufsausbildung zu begeistern, haben wir einige Tipps zusammengetragen. 

Tipp # 1 BEWERBUNGSFRISTEN VERLÄNGERN oder ganzjähriges Bewerben ermöglichen – Die Entscheidung für ein Studium erfolgt meist recht kurzfristig, warum also nicht auch bei der Berufsausbildung die Fristen verlängern? Für die Unternehmen ist es sicherlich eine Umstellung, aber die Wahrscheinlichkeit der Besetzung der freien Ausbildungsstelle steigt. Und ganz nebenbei spricht ein innovativer Prozesse auch für das Unternehmen.

Tipp #2 DUALES STUDIUM – wenn möglich in das Ausbildungsangebot aufnehmen! Die praktische Ausbildung im Unternehmen wechselt sich mit den theoretische Phasen an der Hochschule oder einer Berufsakademie ab. 
Der Vorteil für die Studenten, sie verdienen bereits während des Studiums Geld und erlangen am Ende einen Bachelorabschluss. Einige Modelle lassen gleichzeitig den Erwerb eines Bachelors und einer abgeschlossenen Berufsausbildung zu. So können die Unternemen ihre eigenen angehende Führungskräfte ausbilden. Weitere Infos zum dualen Studium findet Ihr unter: 🌎 https://www.duales-studium.de/allgemein

Tipp #3 AUSBILDUNG MIT AUSLANDSANTEIL – Ein großer Traum vieler Abiturienten ist es, nach dem Abitur ins Ausland zu gehen und sich sprachlich und kulturell weiter zu entwickeln. Einige Unternehmen haben die Möglichkeit dies in die Ausbildung zu integrieren. Sei es bei firmeneigenen Standorten oder Partnerunternehmen im Ausland. Es gibt tolle geförderte Projekte hierzu wie Erasmus+ und AusbildungWeltweit. Weitere Infos finden Sie unter: 🌎https://www.go-ibs.de/

Tipp #4 ZIELGRUPPE ELTERN – Eltern sind bei Abiturienten noch immer die Informationsquelle Nummer 1 wenn es um die Berufswahl geht. Um genau diese Zielgruppe für ein Unternehmen und dessen Ausbildungsberufe zu begeistern, ist es vorteilhaft zu wissen, auf was es den Eltern bei der Beratung ihrer Kinder im Bezug auf eine Berufswahl ankommt. Die meisten Eltern wünschen sich eine interessante Tätigkeit für ihre Kinder, direkt gefolgt von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gute Bezahlung spielt eine mittelgroße Rolle. Bei der Wahl des entsprechenden Ausbildungsbetriebes sind vor allem eine gute Betreuung in der Ausbildung wichtig. Aber auch eine Absicherung für die Zukunft, also die Übernahmechance im Betrieb sowie Weiterbildungsmöglichkeiten sind entscheidende Faktoren.  Aber wo können wir diese Zielgruppe erreichen?

  • Eltern-Infoabende in Schulen
  • Messen
  • mit Plakate und Flyer Eltern ansprechen
  • Internet Info-Seite für Eltern
  • Xing und LinkedIn
  • Praktika für Eltern anbieten

Hier ein Beispiel für eine Internetseite die sich an die Eltern richtet: 🌎https://www.telekom.com/de/karriere/schueler/informationen-fuer-eltern

Tipp #5 STUDIENABBRECHER GEWINNEN – Gut 25% der Studierenden eines Jahrgangs brechen laut dem Hochschul-Informations-Systems ihr Studium ab. Dies sollten Sie als Chance nutzen, denn Studienabbrecher bringen einige Vorteile mit:

  • Persönliche Reife
  • Soziale und fachliche Kompetenzen
  • Gute Selbstorganisation
  • Hohe Auffassungsgabe
  • Hohe Motivation da zweite Chance 
  • Geringeres Abbruchrisiko
  • Führungspotenzial

Genau diese Talente sollten Sie im Blick haben. Kennen Sie noch das schwarze Brett? Aushänge in der Uni sind immer noch das Medium. Davon gibt es mittlerweile auch eine digitale Variante. Sprechen Sie ihre Zielgruppe direkt an, z.B. “Wir bilden aus, Studienabbrecher sind willkommen.” Es kann sich lohnen. Einen guten Leitfaden um Studienabbrecher ins Boot zu holen gibt es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. 🌍https://www.bmbf.de/upload_filestore/pub/Studienabbrecher_als_Auszubildende_ins_Boot_holen.pdf

Tipp #6 DAS PRAKTIKUM – Rund die Hälfte der Ausbildungsplätze im Handwerk werden durch vorangegangene Praktika abgeschlossen. Eine beeindruckende Quote nicht wahr? Damit ist das Praktikum eines der wichtigsten Instrumente beim Azubi-Recruiting im Handwerk. Aber auch in anderen Berufsgruppen wird dieses Instrument zunehmend wichtiger für die Berufsausbildung. Daher empfehlen wir regelmäßig Praktikumsplätzen anzubieten und diese qualitativ gut zu planen und zu begleiten. Denn nur: Erlebbares bleibt in Erinnerung! Vom Praktikanten zum Azubi, das geht manchmal schneller als man glaubt. Unser Tipp dafür: Stellt den Praktikanten die Aussicht auf einen Ausbildungsvertrag nach Ablauf des Praktikums. Die Bedingungen könnt ihr selbst euren Anforderungen entsprechend festlegen. Aber eins ist sicher, ein Praktikant der am Ende mit einem unterzeichneten Ausbildungsvertrag nach Hause kommt, wir vermutlich ein dreiviertel Jahr später auch seine Berufsausbildung antreten.

TIPP #7 STELLENANZEIGEN FÜR AZUBIS – Eine passende Sprache für Schüler ist wichtig um sie zu erreichen. Häufig findet man in den Stellenanzeigen viele Substantivierungen, welche zu abstrakt sind. Die Vermenschlichung und damit auch der persönliche Bezug verschwindet. Die Anforderungen für die Bewerber/innen zur Berufsausbildung sollten altersentsprechend und an den Ausbildungsberuf angepasst sein. Oft sind die Anforderungen überhöht. Junge Menschen nehmen die Anforderungen ernst, daher gehen Ihnen womöglich viele potentielle Bewerber/innen durch die Selbstselektion verloren. Eine Möglichkeit ist auch, eine prozentuale Gelinggarantie der erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung in die Stellenanzeige einzubauen. ➡️ “100% der Auszubildenden von MUSTERFIRMA haben in den vergangenen 10 Jahren ihre Ausbildung erfolgreich absolviert.Bewerben Sie sich doch mal beim Bewerber, zeigen Sie auf was Ihr Unternehmen zu bieten hat. Der Bewerber bzw. die Bewerberin soll im Fokus stehen, nicht die Kundenorientierung! Also weniger fordern und mehr bieten. Einige Experten raten sogar dazu, auf das Anforderungsprofil zu verzichten. Identität ist ein wichtiger Baustein. Befragen Sie doch mal Ihre Azubis und Mitarbeiter dazu, lassen Sie sich 5 kurze Fakten nennen, die Ihr Unternehmen besonders machen.

TIPP #8 SCHULKOOPERATIONEN – Die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben bietet viele Chancen für alle Beteiligten. Für die Schüler/innen geht es darum, sich mit verschiedenen Ausbildungsberufen auseinander zu setzen und auszuprobieren, welche Tätigkeiten für sie interessant sind. Wo ist eventuell eine Affinität vorhanden? In Betriebspraktika und AG´s können sie die ersten praktischen Erfahrungen sammeln und Betriebe kennenlernen. Es gibt viele Möglichkeiten in der Kooperation, z.B. ein Bewerbungstraining oder Unterricht in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – kurz MINT. Von diesem Expertenwissen, der Praxis und den modernen Methoden profitieren auch die Schulen sehr stark. Natürlich hat nicht jeder kleine Betrieb die Ressourcen für eine Schulpatenschaft, möglicherweise aber für eine einzelne Klasse. Unser Tipp, wenden Sie sich offiziell an die Schulbehörden und Ministerien. So sind Sie auf der sicheren Seite. Auch die örtlichen IHK´s und HWK´s können Sie ansprechen. Sie haben langjährige Erfahrung in dem Bereich und werden mit Ihnen gemeinsam die Möglichkeiten ausloten und die entsprechenden Maßnahmen planen und durchführen. Vorher sollten Sie jedoch IHRE Kooperationsziele festlegen und diese auch langfristig ausrichten. Für die Betriebe ist dies die Chance einen Einblick in den Schulalltag zu bekommen. So lernen Sie ihre potenziellen Auszubildenden kennen und können selbst Einfluss auf ihre Ausbildungsreife nehmen. Auch die Gelegenheit Ihren Betrieb bei Elternabenden vorzustellen und über die Chancen einer Berufsausbildung zu informieren sind wichtige Bausteine. So kann schon frühzeitig das Interesse für bestimmte Berufssparten geweckt werden und gleichzeitig präsentieren Sie sich als attraktiver Ausbildungsbetrieb in ihrer Region.

TIPP #9 AZUBISHARING oder auch AUSBILDUNGSKOLLEKTIV – Dieser Tipp ist zwar kein Recruitingtipp im klassischen Sinne, bietet aber dennoch die Möglichkeit, Auszubildende für Ihr Unternehmen zu gewinnen. Azubisharing ist eine gute Unterstützungsmöglichkeit für von der Corona-Krise betroffene Ausbildungsbetriebe. So können die Azubis ihre Berufsausbildung fortsetzten, beispielsweise in einem Kooperationsbetrieb. Für uns geht es aber beim Azubisharing um mehr. Bereits vor der Corona-Krise war die Beendigung einer Berufsausbildung ein Problemfaktor. Das fällt beim Blick auf die hohen Abbruchquoten der abgeschlossenen Berufsausbildungsverträge in den vergangenen Jahren auf. Uns geht es darum, diese Quote zu verringern. Die Ursache für einen Großteil aller Abbrecher liegt darin, dass Auszubildende sich in ihrem Ausbildungsbetrieb nicht wohl fühlen oder sich unter dem Beruf etwas anderes vorgestellt haben. Und genau da wollen wir anknüpfen. Ist es nicht möglich, einen Azubi bei oben genannter Konflikte an ein Unternehmen zu empfehlen, wo er bessere Chancen hat, seine Ausbildung zu beenden oder gar einen anderen Beruf erlernt? Im Austausch mit Unternehmen und Berufsschulen wurde uns diese Problematik immer häufiger aufgezeigt. Sie wünschen sich mehr Weitsicht und ein besseres Miteinander im Bezug auf die Berufsausbildung. Es wird rekrutiert was das Zeug hält. Den Bewerbern wird so einiges geboten. Einige Firmen setzten ihre Fristen immer früher um vor der Konkurrenz mit dem Auswahlverfahren fertig zu sein. Aber um das Problem der hohen Abbruchquoten wirklich anzugehen, muss hier ein Umdenken stattfinden. Der Azubi sollte im Fokus stehen, damit die Ausbildung auch nachhaltig ist und Früchte trägt. Suchen Sie aktiv nach “Verbündeten” und bilden Sie ein Ausbildungskollektiv. Gern helfen wir Ihnen bei der Umsetzung. Ein tolles Beispiel für ein solches Kollektiv ist das “Projekt Berufekarussell”. Gemeinsamt haben die tav Börde, Avacon AG und Nordzucker AG ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem Schülerpraktikanten innenhalb des 2-wöchigen Schülerpraktikums einen Einblick in 3 verschiedene Unternehmen bekommen und dabei gleich 4 Ausbildungsberufe kennenlernen können – wir finden das großartig. Netzwerken mit anderen Firmen kann viele Chancen mit sich bringen. Nutzen Sie auch den Austausch beim örtlichen Ausbilderstammtisch, so lassen sich schnell neue Kontakte knüpfen. Und wenn Sie noch frischen Input für den Ausbildungsstart nach Corona brauchen, melden Sie sich zu unserem Ausbilder Seminar “Azubis führen 2020!” und Ihren Azubi zum “Modul 1 Verhaltensgrundsätze” an.

TIPP #10 UNTERSTÜTZER WERDEN – Unser letzter Tipp in der Reihe des Azubi Recruitings hat mit den Freizeitgestaltung unserer Zielgruppe zu tun. Viele Jugendliche verbringen einen Teil ihrer Freizeit in Vereinen zu. Die meisten der zivilgesellschaftlichen Kulturorganisationen sowie Sport- und Freizeitvereine sind gemeinschaftlich orientiert. Wenn Sie sich also als Unternehmen entscheiden, einen Verein in Ihrer Region zu unterstützen, dann sollte immer das Gemeinwohl im Vordergrund stehen. Natürlich darf man die geleistete – und für viele Vereine so wichtige – finanzielle und materielle Unterstützung auch öffentlich teilen. Ganz nach dem Motto: “Tue Gutes und rede darüber”. Dies hat einen positiven Einfluss auf das Image und ermöglicht viele neue Kontakte. Das Vereinsleben selbst fördert den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft und trägt dazu bei, dass Kulturgüter und Traditionen bewahrt und weitergegeben werden. Ganz nebenbei bringen die Mitglieder solcher Vereine genau die Kompetenzen mit, die wir in unseren Fachkräften der Zukunft so sehr brauchen. Freiwilliges Engagement, Durchhaltevermögen und das Fair-Play des Lebens sind nur ein paar davon.


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On 26. Juni 2020
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